Die Souveränitätsproblematik gewann an Aktualität erneut in den Jahren der Weimarer Republik

Die Souveränitätsproblematik gewann an Aktualität erneut in den Jahren der Weimarer Republik. Die Juristen Hans Kelsen und Carl Schmitt waren die Protagonisten der Debatte mit zwei sehr verschiedenen Auffassungen der Souveränitätsproblematik, die auf unterschiedlichen Anschauungen des Verhältnisses von Staatsordnung und Rechtsordnung basierten. Kelsen beanspruchte alle Gewalt rechtlich verankern zu können. Auch den Extremfall des Ausnahmezustands hat er als Rechtsnorm und nicht als Ausnahme von der Rechtsordnung angesehen. Schmitt hingegen fasst die Souveränität als eine rechtssetzende Macht, die keiner Rechtsordnung je vollständig assimiliert werden kann. Der berühmte erste Satz seiner Souveränitätslehre bietet eine knappe und präzise Definition: „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet”.